Die Crashs des US-Aktienmarkts — von 1929 bis heute
Über dreißig große Einbrüche in einem Jahrhundert. Tiefe, Dauer, Ursache — alles dokumentiert.
Die Skala der Einbrüche
Das Jahrhundert des US-Aktienmarkts ist zugleich eine Geschichte wiederkehrender Stürze. Die größten Drawdowns des S&P 500 (und seiner Vorgänger), gemessen vom Hoch zum Tief:
- −86 % 1929–1932, Weltwirtschaftskrise
- −56 % 2007–2009, Finanz- und Subprime-Krise
- −49 % 2000–2002, Platzen der Internetblase
- −48 % 1973–1974, Ölschock und Stagflation
- −34 % 2020, Corona-Crash (33 Tage bis zum Tief, vollständige Erholung in 5 Monaten)
- −25 % 2022, Inflation und Zinswende
- −22 % 1987, Schwarzer Montag (−22,6 % allein am 19. Oktober)
Die Dauer bis zur Erholung
Die Zeit bis zum alten Hoch wiegt ebenso schwer wie die Tiefe:
- 1929, Weltwirtschaftskrise: rund 25 Jahre bis zum realen Hoch
- 2000, Internetblase: rund 13 Jahre bis zur vollen Erholung (2013)
- 2008, Lehman: rund fünfeinhalb Jahre bis zur vollen Erholung (2013)
- 2020, Corona: 5 Monate — die schnellste Erholung der Geschichte
Langfristiges Risiko misst sich in „wie viele Jahre bis zum alten Hoch“. Wer auf dem Hoch von 1929 kaufte, sah seinen nominalen Einstand über zwei Jahrzehnte lang nicht wieder.
Die Ursachen — wiederkehrende Muster
Diese gut dreißig Einbrüche fallen in Kategorien, die sich wiederholen:
- Krise des Finanzsystems: 1929 (Käufe auf Kredit), 2008 (Verbriefung von Hypotheken)
- Geopolitik und Energie: 1973 (OPEC-Embargo), 1990 (Golfkrieg)
- Platzende Blase: 2000 (Internet), 1968 (Nifty Fifty)
- Exogener Schock: 1987 (Programmhandel), 2020 (Pandemie)
- Geldpolitische Straffung: 1980–1982, 2022
Die Amplitude nach Sektoren
Innerhalb des US-Marktes fallen die maximalen Drawdowns je Sektor extrem unterschiedlich aus. Der Halbleiterindex PHLX SOX verlor 2000–2002 rund 83 %. XLF (Finanzwerte) brach 2008 um 84 % ein. XLK (Technologie) verlor 2000–2002 ebenfalls 83 %. Der maximale Drawdown eines Sektor-ETF liegt immer unter dem des gesamten S&P 500 — das ist der Preis der Konzentration.
Der VIX — der Indikator, der den Sturz begleitet
Der VIX der CBOE — im Volksmund „Angstindex“ — misst genauer betrachtet die implizite Volatilität auf 30 Tage in den Optionen auf den S&P 500. Über 30 preist der Markt bereits eine Krise ein. In praktisch jedem großen Einbruch seit 1990 erreichte der VIX irgendwann auf dem Weg nach unten die Zone zwischen 50 und 80.
Diese Zusammenfassung ist die gekürzte Fassung. Die vollständige Analyse lesen Sie hier: